Perserteppich – ein guter Perser sorgt für Atmosphäre!

Wo dein Teppich ist, da ist Dein Heim!“ – dieses persische Sprichwort sagt sehr viel über die Bedeutung der persischen Kunst des Teppichknüpfens und den Wert der Teppiche in dieser Kultur aus. Darüber hinaus ist es jedoch auch ein dezenter Hinweis auf die Schönheit und Gemütlichkeit, die ein echter Perser in die eigenen vier Wände bringt. Wenn Sie sich für einen Orientteppich aus Persien interessieren, können Sie hier wichtige Informationen zur Herstellung, Geschichte sowie zu den Arten von Perserteppichen erfahren. Darüber hinaus möchten wir Ihnen in einem Kaufratgeber zudem einige Tipps in punkto Qualität zur Verfügung stellen.

Was ist ein Perserteppich genau?

Wie andere Orientteppiche ist auch der Perser Ausdruck der Kultur einer ganzen Zivilisation. So gehört die „Kunst des traditionellen Teppichknüpfens“ bereits seit dem Jahr 2010 zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Perserteppiche werden handgeknüpft und bestehen dabei vor allem aus den folgenden Materialien:

  • Wollte
  • Baumwolle
  • Seide

Durch seine hochwertige Verarbeitung, die kraftvollen Farben und die besonderen Muster gelten diese Teppiche heute in der ganzen Welt als hohes Gut. Sie können auch Ihrem Wohnzimmer eine ganz besondere Optik im Bereich Vintage verleihen und sorgen dafür, dass Sie sich in Ihren vier Wänden noch viel wohler fühlen als vorher.

Orientalischer Perserteppich, © perfectlab – Fotolia.com / URL: https://de.fotolia.com/id/89760942

Was unterscheidet Perserteppiche und andere Orientteppiche?

Die beiden Begriffe Perserteppiche und Orientteppiche stehen in einem engen Zusammenhang zueinander, denn Orientteppich ist eine Sammelbezeichnung für alle Teppiche aus dem Orient. Der Perser unterscheidet sich dabei vor allem in zwei Aspekten von den anderen Teppichen:

  1. Die Wiege der Perser liegt im heutigen Iran

Perserteppiche stammen aus dem Iran und den umliegenden Gebieten, die früher zum persischen Reich gehörten. Hier begann die Tradition des Teppichknüpfens bereits im Jahr 400 vor Christus. Das Handwerk hat auch heute noch einen immensen Stellenwert in der iranischen Kultur und ein solcher Teppich weist in der heutigen Zeit einen enormen Wert auf.

  1. Perserteppiche werden besonders kunstfertig hergestellt

Die zweite große Besonderheit der Perserteppiche besteht in ihrer besonders hohen Kunstfertigkeit und Vielfältigkeit. Die Zahl der verschiedenen Muster und Farbkombination ist nahezu endlos und auch die verschiedenen Techniken sorgen für ganz unterschiedliche Ergebnisse. So trumpft ein safawidischer Teppich aus der Region Isafahan mit besonders künstlerischen und machtvollen Mustern auf, wohingegen Gabbeh-Teppiche modernere Muster zu einem echten Kunstwerk vereinen.

Wie wird ein solcher Teppich hergestellt?

Die Herstellung eines Perserteppichs ist sehr zeitaufwendig und kann von wenigen Monaten bis hin zu Jahren dauern. Dabei teilt sich die Herstellung in mehrere Schritte auf:

  1. Aufspannen der Kettenfäden auf einen Webstuhl

Die Kettenfäden stellen das Grundgerüst für einen Teppich dar. Sie werden längs auf den Webstuhl aufgespannt und ermöglichen es, später die Knoten quer dazu einzuknüpfen.

  1. Einbringung der ersten Schussfäden

Schussfäden werden quer zu den Kettenfäden eingebracht und sorgen somit für eine Festigung der Struktur. Außerdem können die geknüpften Knoten nach Fertigstellung einer Reihe „heruntergeklopft“ werden, um den gesamten Teppich zu verdichten.

  1. Knüpfung der Knoten

Das gefärbte Garn wird im nächsten Schritt um die Kettenfäden geknüpft. Hierbei können unterschiedliche Kontentechniken zum Einsatz kommen, die in der folgenden Tabelle kurz vorgestellt werden:

Knotenart Erklärung Geeignet für…
Symmetrischer Knoten (türkischer Knoten) Das Garn für den Teppich wird bei dieser Knotenart schlaufenartig um jeden der jeweils beiden Kettenfäden gelegt. Eine solide Art des Teppichknüpfens, die vor allem in der Türkei, im Kaukasus und im westlichen Iran verbreitet ist. –      Besonders haltbare Teppiche

–      Eher grobe Knüpfungen

 

Asymmetrischer Knoten (persischer Knoten) Das Garn wird in einer Schlaufe um einen Kettenfaden geknüpft, liegt allerdings lose unter dem anderen Kettenfaden des Paars. Er wird in vielen persischen Teppichen verwendet. Darüber hinaus jedoch auch in einigen Regionen der Türkei, China, Ägypten und Indien. –      Dichtere Knüpfungen

–      Sehr feine und detaillierte Teppiche

Jufti-Knoten Hier wird der Knoten des Garns um jeweils vier statt zwei Kettenfäden gelegt. Es entsteht eine deutlich gröbere Struktur von geringerer Qualität. –      Schnellere Ergebnisse

 

 

  1. Einbringung des nächsten Schussfadens

Nach einer Knotenreihe werden ein oder mehrere Schussfäden eingezogen, die dem Teppich zu einer dichteren Struktur verhelfen. Auch hier lässt sich wieder alles durch „herunterklopfen“ verdichten. Nach diesem Schritt geht es wieder mit Schritt 3 weiter, bis die der Teppich fertiggeknüpft ist.

  1. Anfügung des Flachgewebes

Wenn das Flor mit Volumen fertig ist, fügen Teppichknüpfer noch auf dem Webstuhl ein Flachgewebe an den Rändern an. Die überstehenden Enden der Kettenfäden fungieren nach ihrer Fixierung als Fransen des Teppichs.

  1. Zuschnitt des Teppichs

Noch auf dem Webstuhl wird der Teppich auf eine einheitliche Länge geschnitten und im nächsten Schritt gewaschen.

Auch wenn Sie für einen Teppich solcher Machart heute sicherlich einen gewissen Preis zahlen müssen, ist er im Vergleich zur investierten Arbeit immer noch sehr günstig. Die mühsame Kleinarbeit und die Detailtreue bei der Herstellung suchen weltweit ihresgleichen.

Perserteppiche – die Auswahl ist riesig!

 

Klassischer Perser – © Alexey – Fotolia.com / URL: https://de.fotolia.com/id/147258486#

Sie interessieren sich für einen Perserteppich, wissen aber noch gar nicht, welche Art und welche Muster für Sie besonders interessant sind? Im Folgenden zeigen wir Ihnen eine interessante Übersicht bekannter Varianten:

Teppichart Beschreibung Besonderheiten
Teppich „Isfahan“ Isfahan ist eines der Zentren für die Herstellung von Perserteppichen. Ein Teppich aus Isfahan erinnert von dem Mustern her häufig an traditionelle Motive aus der safawidischen Epoche. Die asymmetrische Knüpfung erlaubt sehr detailgetreue Teppiche, die häufig aus Seide gefertigt werden. Damit gehören sie zu den hochwertigsten Orientteppichen überhaupt. –      Sehr detailgetreue Teppiche mit hoher Knüpfdichte

–      Klassische Motive wie gruppierte Palmetten nach „Schah Albassi“ oder stilisierte Muster mit Blumen

–      Hochwertigste Materialien (auch fast reine Seidenteppiche möglich)

–      Farblich sind die Teppiche hauptsächlich in Rot, Beige oder Hellblau gehalten mit vielfarbigen Mustern

Teppich „Nain“ Ein Teppich aus der Oasenstadt Nain (Na’in) zeichnet sich wie der Isfahan durch eine besonders feine Knüpfung und großen Detailreichtum aus. Auffällig ist der oft helle Gesamteindruck, der durch die Nutzung von Farbtönen wie Elfenbein und Sandfarben entsteht. Zusätzlich werden für einen Nain große Boteh-Motive genutzt, die stets wie ein großes Auge oder eine Mandel aussehen. –      Niedriger Flor

–      Sehr hohe Knüpfdichte

–      Wolle mit Einschüssen von Seide (mitunter auch Seidenkette)

–      Nain gelten als sehr hochwertige Teppiche

Teppich „Bidschar“ Bidschar-Teppiche (auch Bidjar) zeichnen sich vor allem durch ihre besondere Herstellungsart und ihre hohe Dichte aus. Dies gelingt vor allem durch das Nassweben und das spätere „Hämmern“. Charakteristisch sind zudem die rautenförmigen Herati-Motive, die oft in Blautönen in Verbindung mit Rot gewebt werden. –      Sehr hohe Dichte und Haltbarkeit

–      Steife Webung (ein Teppich aus Bidjar lässt sich kaum falten)

–      Herati-Motive in Rautenform

–      Perserteppich aus Farbkombinationen von Blautönen Rot

Teppich „Ghom“ Neben Isfahan und Nain gehört Ghom zu den großen Manufakturstandorten für persische Teppiche. Auch hier werden hauptsächlich sehr detaillierte Muster und Motive in asymmetrischer Technik geknüpft. Neben typischen Ornamenten finden sich auch Pflanzen- und Tiermotive häufig auf Ghom-Teppichen. –      Wie Isfahan und Nain sehr hohe Knüpfdichte

–      Einschüsse von Seide oder sogar komplette Seidenteppiche

–      Sehr feine Ausführungen

Teppich „Kaschan“ Kaschan (oder auch Keshan) gehört schon seit der Zeit der Safawiden zu den Zentren der persischen Teppichknüpfkunst. Das Design wird oft von einem zentralen Medallion bestimmt, welches von Blumenmustern umrankt ist. –      Satte Farben wie dunkles blau und rot dominieren den Perserteppich aus Kaschan

–      Häufige persische Knoten mit hoher Dichte

–      Zentrales Medallion als Hauptmotiv

Teppich „Kelim“ Bei einem Kelim findet sich die Besonderheit, dass der Schussfäden das Muster auf beiden Seiten bestimmt. Es handelt sich um eine zwar einfache aber dennoch sehr hochwertige Art der Teppichweberei. Heute wird ein Kelim jedoch häufig maschinell hergestellt. Somit ist er im engeren Sinne kein Perserteppich, sondern ein Flachgewebe. –      Das Design reicht von alten Klassikern wie der Elibelinde bis hin zu modernen Kreationen

–      Beim Kelim sind viele verschiedene Farbkombination zu finden

 

Diese Auflistung soll Ihnen einen kleinen Überblick über die Vielfalt im Bereich der Teppiche aus Persien geben. Sie ist jedoch keinesfalls abschließend, denn es gibt mit Kerman, Täbriz, Maschhad und weiteren noch eine deutlich größere Auswahl in diesem Segment der Orientteppiche.

Welche Merkmale weist ein hochwertiger Perserteppich auf?

 

Qualitätsmerkmale

Qualitätsmerkmale – © mguido – Fotolia.com / URL: https://de.fotolia.com/id/100380801

 

Wenn Sie sich für einen echten Perser interessieren, sollten Sie beim Kauf natürlich auf einige Qualitätsaspekte achten. Auf diese Weise können Sie verhindern, dass Ihr Schmuckstück aus dem Orient am Ende gar eine Fälschung oder von minderer Qualität ist. Diese Kriterien sind bei einem Orientteppich aus Persien wichtig:

  • Knüpfdichte: Die Knüpfdichte kann ein wichtiges Qualitätskriterium für einen Orientteppich sein. Sie wird in Knoten pro Quadratmeter gemessen, variiert mitunter je nach Teppichart jedoch stark. So kann ein Perserteppich aus Isfahan durchaus 650.000 bis 850.000 Knoten pro Quadratmeter aufweisen. Ein Ardebilteppich liegt hingegen nur bei 90.000 bis 230.000 Knoten pro Quadratmeter. Die Knüpfdichte ist vor allem für die Haltbarkeit sehr wichtig und kann bei besonders detaillierten Motiven eine entscheidende Rolle spielen.
  • Garn: Das verwendete Garn stellt zweifelsohne das wichtigste Qualitätsmerkmal für einen Perserteppich dar. Feinere Wolle oder Baumwolle sorgt beispielsweise für einen größeren Detailreichtum und die Färbung sollte ebenfalls nicht vernachlässigt werden. Als besonders hochwertig gelten in Bezug auf das Material natürlich reine Seidenteppiche.

Für Sie als Nutzer dürfte es zudem wichtig sein, für einen entsprechenden Preis am Ende auch einen wirklich handgeknüpften Orientteppich zu erhalten.  Leider werden die Produkte aus dem Orient heute auch gerne mit Maschinen kopiert. Dies können sie vor allem an 3 verschiedenen Aspekten erkennen:

  • Angenähte Fransen (da keine Kettenfäden existieren)
  • Keinerlei Fehler (bei Handknüpfungen entstehen kleine Unregelmäßigkeit und die Farbabstufungen mit dem Namen Abrasch)
  • Keine Größenabweichungen (bei einem handgeknüpften Orientteppich weicht die breite jeweils minimal ab)

Verschönern Sie Ihr Heim mit einem echten Perserteppich!

Der ganze Orient und speziell Persien ist berühmt für seine Teppiche. Ihr Ruf ist ihnen bereits vor weit mehr als hundert Jahren auch in Europa vorausgeeilt und sorgte stets für eine große Nachfrage. Ein echter Orientteppich kann Ihren Wohnraum in eine besondere Atmosphäre tauchen und somit das Gesamtbild erheblich aufwerten. Natürlich sollten sie bei der Motivwahl darauf achten, dass der Orientteppich am Ende auch zu Ihrer Einrichtung passt. Wenn Sie dies bedenken und Ihren Perserteppich am Ende auf die nötigen Qualitätsmerkmale prüfen, können Sie sich schon bald auf ein neues Highlight in Ihren vier Wänden freuen!

Die Rätsel-Frage: „PERSERTEPPICH“ wurde am 31.12.2015 um 15:29:41 im Kreuzworträtsel-Wörterbuch eingetragen.

Trefferliste: 96 Synonyme


ABAD, ABADEH, AFSCHAR, AHAR, ANATOL, ARAK, ARDABIL, ARDESTAN, ARAHAN,  BACHTIAR, BACHTIARI, BERBER, BERGAM, BIRSCHAND, BUCHARACHORASSAN, DOROCHSCH, DSCHOUSCHEGA, NESFAHAN, FERAHAN, FERDOS, FERRAGHAN, GERUS, GHABUS, GHAJEN, GHASVIN , GONABAD, GONBAD, GORGAN, HAMADAN, HAMEDAN, HARIS, HERAT, HERIS, HERI, ISPAHAN, JASD, JOSCHGHAN, KARAMAN, KASCHMAR,  KERMANSCHAH, KESCHAN, KIRMAN, KORD,
LURISTAN, MAHABAD, MAHAI, MAHAL, MAHALAT, MAHAN, MAKU, MALAYER, MARAND , MESCHED, MESCHHED, MESCHKIN, MIR, MOSCHK, MOSSUL, MUD, MUSCHKABAD, NAINBAFF, NISCHBAUR,  RASFANDSCHAN, RAVAR, SABOL, SANANDASCH, SANDSCHAR, SARAB, SARABAND, SARUGH, SCHAHR, SCHAHRE, SCHIRAS, SCHIRAZ, SEMNAN, SENNE, SERABAND, SERABEND